Today is Newsday 01/2017 - Vom schlichten Zweckgebäude zum Kundenmagneten


Wer den Steeler Wasserturm am Laurentiusweg 83 betritt, ist von der Atmosphäre sofort gefangen. Alte Ventilräder, dicke, runde Ziegelwände und der eiserne Wassertank - vieles erinnert heute noch an die alte Funktion. Auch Christian Mauve konnte sich vor 10 Jahren bei der Suche nach größeren Büroräumen der Faszination des Wasserturms nicht entziehen. Deshalb kaufte er den Wasserturm kurzerhand und zog mit seinem Unternehmen ein. Es sollte sich auszahlen. Heute profitiert das Unternehmen von den ungewöhnlichen Räumlichkeiten. Der Wasserturm ist ein echter Kundenmagnet geworden.

 

Die 30 Mitarbeiter verteilen sich auf rund 500 qm über vier Etagen des gemauerten Turms und über zwei Etagen im Kesselbereich, der pro Zimmer Platz für zwei bis drei Mitarbeiter und einen atemberaubenden Blick bis weit in die umliegenden Ruhrgebietsstädte bietet. Die Dachterrasse auf dem ehemaligen Wasserbehälter gewährt je nach Wetterlage einen Blick weit über Essens Stadtgrenzen hinaus nach Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Recklinghausen, Castrop-Rauxel.

 

Aber selbst nach 110 Jahren hat sich die Substanz des Wasserturms nicht zuletzt wegen seiner soliden Bauweise mit den 1,5 m dicken Mauern in keinster Weise abgenutzt. Und ebenso widerstandsfähig gegenüber jeglicher Abnutzungserscheinung  erweist sich immer wieder aufs Neue auch die Begeisterung der Besucher, wenn beim Betreten des Turms spontan der emotionale Funke überspringt. Mittlerweile reisen die Kunden zwecks Kundengesprächen lieber nach Essen, als dass sie den Besuch eines Mauve-Mitarbeiters in ihren Räumlichkeiten erwarten.

 

Gebaut wurde der Wasserturm in Steele 1898. Im Jahr 1984 wurde hier zum letzten Mal Trinkwasser aus den Ruhrwiesen hineingepumpt. Nachdem der Steeler Wasserturm technisch nicht mehr erforderlich war, wurde er zum Verkauf angeboten und zunächst von Steinmetz Axel Kalenborn erworben. Er renovierte das Objekt aufwendig und ließ Etage um Etage in den hohlen Turm ziehen, Fenster einsetzen, Fugen reinigen, eine durchgängige Wendeltreppe und einen Fahrstuhl einbauen. Die beleuchtete Rückwand des gläsernen Aufzugs ließ Axel Kalenborn mit Essener Bauten bemalen, an denen er gearbeitet hatte, wie die Villa Hügel und Schloß Borbeck. Nach dem Umbau gab es in einer kleinen Galerie im Turm einige Jahre Kunstwerke zu sehen. 2006 stand der heute unter Denkmalschutz stehende Wasserturm wieder zum Verkauf. Seit 2006 nutzt Christian Mauve den Wasserturm als Firmensitz für die Mauve Mailorder Software GmbH & Co. KG.




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